Geschirr und Gläser richtig verpacken: Die Profi-Anleitung für Ihren Umzug
Beim Auspacken nach einem Umzug gibt es einen Moment, den niemand erleben möchte: Man öffnet den Karton mit dem guten Geschirr und hört es klirren. Die Lieblingstasse hat einen Sprung, zwei Weingläser sind zerbrochen, der Teller von der Oma ist in drei Teile gespalten. Fast immer liegt das nicht am Transport selbst, sondern an der Verpackung. Zerbrechliches richtig zu verpacken ist kein Hexenwerk, aber es folgt ein paar klaren Regeln, die viele nicht kennen. Erfahrene Umzugsunternehmen in Berlin wie Stillberg Umzüge und auch unser Team packen täglich Hunderte Gläser und Teller. In diesem Beitrag verraten wir Ihnen, wie das funktioniert, Schritt für Schritt und mit Material, das Sie größtenteils schon zu Hause haben.
Table of Contents
- 1. Das richtige Verpackungsmaterial
- 2. Den Karton vorbereiten
- 3. Teller verpacken: Hochkant statt flach
- 4. Gläser und Tassen sicher einpacken
- 5. Vasen, Spiegel, Lampen und Bilder
- 6. Beschriften, tragen und verladen
- 7. Auspacken ohne böse Überraschungen
- 8. Häufige Fragen
1. Das richtige Verpackungsmaterial
Bevor Sie das erste Glas in die Hand nehmen, sollten Sie das passende Material bereitlegen. Für Geschirr und Gläser brauchen Sie kleinere, besonders stabile Kartons, sogenannte Bücherkartons oder spezielle Geschirrkartons. Große Kartons sind für Zerbrechliches ungeeignet, weil sie zu schwer werden und der Boden unter dem Gewicht nachgeben kann.
Zum Einwickeln eignet sich unbedrucktes Packpapier oder Seidenpapier am besten. Zeitungspapier ist zwar günstig, färbt aber ab und hinterlässt schwarze Ränder auf hellem Porzellan. Luftpolsterfolie ist ideal für besonders empfindliche Stücke wie Kristallgläser oder Vasen. Wer auf Plastik verzichten möchte, kann mit Handtüchern, Geschirrtüchern, Socken und Pullovern polstern, die ohnehin mitmüssen. Tipps, wie Sie beim Umzug Verpackungsmüll reduzieren und Material sinnvoll wiederverwenden, gibt auch der NABU. Stabiles Material in passender Größe bekommen Sie bei uns als Umzugsmaterial in Berlin, auf Wunsch direkt geliefert.

2. Den Karton vorbereiten
Ein guter Karton ist die halbe Miete. Kleben Sie den Boden mit mindestens zwei Streifen Klebeband kreuzweise zu, bei schweren Inhalten gern auch drei. Legen Sie dann eine Polsterschicht auf den Boden, etwa zerknülltes Papier oder ein zusammengelegtes Handtuch, mindestens fünf Zentimeter hoch. Diese Schicht fängt Stöße ab, wenn der Karton abgesetzt wird.
Eine goldene Regel: Ein Karton mit Geschirr sollte nicht mehr als etwa 15 bis 20 Kilogramm wiegen. Heben Sie ihn nach dem Packen probeweise an. Wenn Sie ihn nicht bequem tragen können, ist er zu schwer. Lieber einen Karton mehr packen, als einen Boden zu riskieren, der auf der Treppe aufreißt.
Planen Sie außerdem ausreichend Zeit ein. Für eine durchschnittlich ausgestattete Küche mit Geschirr für sechs bis acht Personen, Gläsern und Vorräten sollten Sie mit einem halben bis ganzen Tag rechnen. Beginnen Sie mit den Dingen, die Sie selten benutzen, wie Festtagsgeschirr, Sektgläser oder Auflaufformen, und lassen Sie bis zum Schluss nur ein paar Teller, Tassen und Besteck für den Alltag draußen. Diese letzte Grundausstattung packen Sie am Vorabend in einen eigenen, gut markierten Karton, damit Sie in der neuen Wohnung sofort einen Kaffee kochen können.
3. Teller verpacken: Hochkant statt flach
Der häufigste Fehler beim Geschirr ist, Teller flach zu stapeln. Genau so brechen sie am leichtesten, weil sich der Druck von oben auf die Tellermitte konzentriert. Profis stellen Teller deshalb hochkant, wie Schallplatten im Regal. So geht es Schritt für Schritt:
- Legen Sie einen Teller mittig auf einen Stapel Packpapier.
- Schlagen Sie eine Ecke des Papiers über den Teller und legen Sie den nächsten Teller darauf.
- Wiederholen Sie das, bis ein Päckchen aus drei bis vier Tellern entstanden ist.
- Wickeln Sie das gesamte Päckchen mit zwei weiteren Bogen Papier fest ein.
- Stellen Sie das Päckchen hochkant in den Karton, nicht flach hinlegen.
- Füllen Sie Lücken zwischen den Päckchen mit zerknülltem Papier, bis nichts mehr wackelt.
Große, schwere Teller kommen nach unten, kleinere Dessertteller und Untertassen weiter nach oben. Schüsseln und Schalen können Sie ineinander stellen, sofern zwischen jeder Schale eine Lage Papier liegt.
4. Gläser und Tassen sicher einpacken
Gläser sind die empfindlichsten Gegenstände im Haushalt. Füllen Sie jedes Glas zuerst innen mit etwas zerknülltem Papier, das stabilisiert die Wände. Wickeln Sie es dann einzeln diagonal in Papier ein, beginnend an einer Ecke, und drehen Sie es dabei ein. Bei Stielgläsern polstern Sie den Stiel zusätzlich, denn das ist die Sollbruchstelle.
Gläser stehen im Karton immer aufrecht, mit der Öffnung nach oben, niemals liegend. Sehr praktisch sind Kartoneinlagen mit Fächern, wie man sie von Weinkartons kennt. Tassen wickeln Sie ähnlich ein, polstern den Henkel extra und stellen sie ebenfalls aufrecht. Zwischen den Lagen kommt jeweils eine Schicht Pappe oder Papier. Die oberste Lage sollte etwas Platz zum Deckel haben, der mit Papier aufgefüllt wird. Ein Karton ist richtig gepackt, wenn nichts klappert, wenn Sie ihn vorsichtig schütteln.

Und was ist mit dem Rest der Küche? Töpfe und Pfannen sind robust und eignen sich hervorragend als Behälter: Legen Sie kleine, unempfindliche Dinge wie Topflappen, Gewürzdosen oder Messbecher hinein und stapeln Sie die Töpfe mit einer Lage Papier dazwischen. Besteck bleibt am einfachsten im Besteckeinsatz, der komplett in Frischhaltefolie oder ein Geschirrtuch gewickelt wird. Scharfe Messer bekommen einen Schutz aus gefalteter Pappe um die Klinge, damit sich beim Auspacken niemand schneidet. Kleine Küchengeräte wie Wasserkocher, Toaster oder Mixer packen Sie am besten in ihre Originalkartons, falls vorhanden, oder einzeln gepolstert in einen eigenen Karton.
5. Vasen, Spiegel, Lampen und Bilder
Vasen werden wie Gläser innen ausgestopft und außen dick in Luftpolsterfolie gewickelt. Bei großen Bodenvasen lohnt sich ein eigener Karton, der rundum gepolstert wird. Lampenschirme transportieren Sie am besten einzeln in einem Karton, ohne Gewicht darauf. Glühbirnen gehören nie in die Fassung, sondern separat in Papier gewickelt in eine kleine Schachtel.
Spiegel und gerahmte Bilder schützen Sie mit Kantenschutz an den Ecken und einer Lage Pappe oder Luftpolsterfolie über der Glasfläche. Ein Tipp aus der Praxis: Kleben Sie ein großes X aus Malerkrepp auf die Glasfläche. Das verhindert nicht den Bruch, sorgt aber dafür, dass im Ernstfall keine Splitter durch den Karton fliegen. Spiegel und Bilder werden im Wagen immer hochkant transportiert, nie flach liegend und nie mit etwas Schwerem obendrauf.
6. Beschriften, tragen und verladen
Jeder Karton mit Zerbrechlichem bekommt eine deutliche Beschriftung auf mindestens zwei Seiten: „Vorsicht Glas“ und einen Pfeil, der zeigt, wo oben ist. Schreiben Sie zusätzlich den Zielraum drauf, etwa „Küche“. So wissen alle Helfer sofort, wie der Karton zu behandeln ist und wohin er gehört.
Beim Verladen gilt: Kartons mit Zerbrechlichem kommen nach oben, niemals unter schwere Bücherkisten. Stellen Sie sie so in den Wagen, dass sie nicht verrutschen können, idealerweise zwischen weichen Gegenständen wie Matratzen oder Polstermöbeln. Wer keine Zeit oder Lust auf das aufwendige Einwickeln hat, kann das Packen auch komplett abgeben. Unser Einpackservice in Berlin verpackt Küche, Vitrinen und alles Zerbrechliche mit professionellem Material, und im Schadensfall greift unsere Haftung.

7. Auspacken ohne böse Überraschungen
Auch beim Auspacken passieren Schäden, vor allem wenn es schnell gehen soll. Schneiden Sie Kartons mit Zerbrechlichem nie mit einem langen Cuttermesser auf, sondern nur oberflächlich am Klebeband entlang. Nehmen Sie jedes Päckchen einzeln heraus und wickeln Sie es über einer weichen Unterlage aus, etwa über dem Bett oder einem Handtuch auf dem Tisch. Werfen Sie das Papier erst weg, wenn Sie sicher sind, dass nichts Kleines mehr darin steckt. Ohrringe, Eierbecher oder Deckel verschwinden sonst schnell im Altpapier.
Sollte doch etwas kaputtgegangen sein, fotografieren Sie den Schaden sofort, zusammen mit dem Karton und der Verpackung. Das ist wichtig, wenn Sie den Schaden beim Umzugsunternehmen melden möchten. Unser Fazit: Mit dem richtigen Material, hochkant gestellten Tellern, einzeln gewickelten Gläsern und gut gepolsterten Kartons kommt Ihr Geschirr heil an. Es braucht etwas mehr Zeit beim Packen, aber diese Zeit sparen Sie später doppelt, weil Sie keine Scherben zusammenkehren müssen.
8. Häufige Fragen
Kann ich Geschirr in Zeitungspapier einwickeln?
Möglich ist es, aber die Druckerschwärze färbt oft ab. Unbedrucktes Packpapier ist die bessere Wahl, alternativ eignen sich Handtücher und Textilien.
Wie schwer darf ein Karton mit Geschirr sein?
Als Faustregel höchstens 15 bis 20 Kilogramm. Schwerere Kartons sind unhandlich und der Boden kann nachgeben.
Warum sollen Teller hochkant gepackt werden?
Hochkant verteilt sich der Druck auf die stabile Tellerkante. Flach gestapelt lastet das Gewicht auf der Mitte, und die Teller brechen deutlich leichter.
Haften Sie, wenn beim Einpackservice etwas zerbricht?
Ja. Wenn wir selbst verpacken, haften wir im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen für Schäden an den von uns gepackten Gegenständen.

